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Unterhält Silvio Berlusconi Mafia-Connections?

Der übergelaufene Mafia-Boss Antonino Giuffre berichtete kürzlich anlässlich seiner Vernehmung durch die Staatsanwältin in Palermo (nicht) Erstaunliches:
"Der Mafia-Boss Stefano Bontade hat sich von Zeit zu Zeit mit Silvio Berlusconi getroffen". Die Zusammenkünfte sollen im Haus des aufstrebenden Bau- und Medienunternehmers, der Villa Arcore bei Mailand, stattgefunden haben. Wen wunderts?
Und der frühere Rechtsanwalt Berlusconis, Marcello Dell'Utri habe für die Kontakte zwischen dem Medienunternehmer und der Cosa Nostra gesorgt.

Ein Minister Berlusconis sagte einmal, "Italien müsse lernen, mit der Mafia zusammen zu leben". Dieser Ausspruch spricht für sich selbst und benötigt eigentlich keinen Kommentars. Denn wenn ein Staat mit einer Organisation wie der Mafia verhandelt verschafft er ihr Legitimität. Und das darf nie passieren!

Und Berlusconi? Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen Korruption, in welches auch die Mafia involviert scheint, eingeleitet. Seit seinem Amtsantritt arbeitet er fleissig daran, die italienische Justiz auszuhölen und zu untergraben. Nicht nur, dass das Strafgesetz bezüglich der organisierten Kriminalität aufgeweicht wurde und so nicht mehr griffig ist. Er und sein Justizministerium versetzen unangenehme Richter und Staatsanwälte nach Belieben.
Der Richter, der sich weigerte, das Korruptionsverfahren gegen das Staatsoberhaupt einzustellen, wurde ohne Angaben triftiger Gründe versetzt, so dass das ganze Verfahren neu aufgerollt werden muss. Die Chancen stehen gut, dass das Ganze verjährt. So wird die Wahrheit wohl nie ans Tageslicht kommen.

Wie sagte Carlo Vizzini, Mitglied der Anti-Mafia-Kommision so schön? "Die Mafia ist stark. In gewissen Regionen Italiens liegt das Gewaltmonopol schon lange nicht mehr beim Staat sondern bei der Mafia."

Oftringen, 08.01.2003 / hus