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Arbeitslosenstatistik Schweiz: Falsche Zahlen

Arbeitslosenstatistik: Falsche Zahlen = Zeitbombe

Was die Arbeitslosenstatistik des SECO nicht aufzeigt:

Seit Jahren wird uns monatlich die Anzahl der Arbeitslosen und die (angeblich) besseren wirtschaftlichen Aussichten verkündet. Die Anzahl ist insofern willkürlich als sie von den gesetzlich vorgesehnen Tagessätzen abhängt und die wurden vor 2 Jahren wesentlich verkürzt. Ist die Anzahl Tage erschöpft, gilt die Person als "ausgesteuert".

Diese Leute verschwinden aber nicht einfach von, bzw. unter die Erde – auch wenn dies den Politikern zu pass käme – sondern sie leben / vegetieren weiter unter uns, gesellschaftlich ausgegrenzt, dem psychischen und physischen Verfall und der Sozialhilfe preisgegeben, ohne Aussicht, nochmals einen Job und damit die Füsse auf den Teppich zu bekommen – schon fast eine Art helvetische Palästinenser. Die einzige Perspektive ist die AHV; mit 50 ist das eine lange Zeit.

Aus diesem Grunde müssen die Ausgesteuerten weiter in der Arbeitslosenstatistik bleiben. Interessant ist, dass die Ausgesteuerten-Statistik gut versteckt in der Mitte eines 50-seitigen PDF-Dokumentes zu finden ist und dass diese Zahlen erst ab 1.1.1994 verfügbar sind. Werden die Ausgesteuerten während 5 Jahren (60 Perioden) in der Statistik belassen ergibt sich ein erschreckendes Bild:

Ausgesteuerten-Statistik Schweiz

Alle Zahlen von / gem. SECO, Arbeitslose ab 1.1.1990, Ausgesteuerte seit 1.1.1994
Kumulationsberechnung Peter H. Willi, 4310 Rheinfelden

Falsche Arbeitslosen-Zahlen: Zeitbombe

Die Zeitbombe besteht darin, dass die Gemeinden versuchen, möglichst viele Ausgesteuerte in die IV abzuschieben, was insofern logisch ist, als diese Menschen nach einigen Jahren Arbeitslosigkeit wirklich krank sind. Die IV war ja auch letzte Woche das Gold-Thema im Nationalrat; das dicke Ende kommt dann, wenn es um die Sanierung der IV geht, so wie der Bundesrat sich das vorstellt.
Was ich nicht verstehe ist, dass diese Problemantik während Jahren ausgeblendet wurde und wird und damit im Grunde das Volk angelogen wird. Es sind nicht nur die finanziellen Auswirkungen (AHV, Ergänzungsleistungen) die auf uns zukommen sondern auch die sozialen und politischen. Angesichts dieser Zahlen ist es geradezu lächerlich, über Rauchverbote und die Innere Sicherheit zu diskutieren, während Monat für Monat 3000 bis 4000 (Dezember 2004 4133) Menschen ausgesteuert werden. Die SiK, PKDel und DAP sollten sich mal mit diesem hausgemachten Störpotential auseinandersetzen. Ich finde, Arbeitslosigkeit macht mehr krank als Passivrauchen.


Verfasser "Arbeitslosenstatistik Schweiz: Falsche Zahlen":
Peter H. Willi, Rheinfelden, 14.März 2005
E-Mail: peterhwilli@bluewin.ch