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Angela Merkel: Das Portrait einer Machtpolitikerin

Angela Merkel

Angela Merkel, die erste Bundeskanzlerin von Deutschland - eine Machtpolitikerin!

Angela Merkel ist die erste deutsche Bundeskanzlerin. Wenn sie in kürze im Bundestag gewählt wird, ist sie aber auch in anderer Hinsicht die erste Frau im Amt des Bundeskanzlers:

Herkunft: Angela Merkel wurde in Hamburg geboren. Doch weil ihr Vater eine Pfarrstelle in Brandenburg übernahm, kam sie schon im zarten Baby-Alter in die ehemalige DDR. Aufgewachsen ist sie in Templin. Sie ist damit die erste Ostdeutsche im Amt des Bundeskanzlers.

Ihre Vorgänger stammten alle aus dem Westen und lebten in ihrer Jugend in Städten. Konrad Adenauer stammte aus Köln, Helmut Schmidt aus Hamburg. Ludwig Erhard aus Fürth, Helmut Kohl aus Ludwigshafen, Willy Brandt aus Lübeck, Kurt Georg Kiesinger aus Ebingen. Nur Gerhard Schröder wuchs in einem kleineren Ort als Merkel auf.

BERUF: Dr. rer. nat. Merkel ist aber auch die Erste Naturwissenschaftlerin auf dem Sessel des bundesdeutschen Regierungschefs. 1978 bis 1990 arbeitete sie als Physikerin. Ihre Vorgänger waren in der Mehrzahl Juristen oder Wirtschaftswissenschaftler. Adenauer war Jurist, auch Schröder arbeitete als Rechtsanwalt.

Erhard und Schmidt waren Volkswirte, Kohl war Historiker. Brandt konnte wegen seiner Emigration in der NS-Zeit kein reguläres Studium absolvieren und arbeitete im Exil als Journalist.

Alter: Merkel wurde am 17. Juli 1954. Bei ihrer Wahl in einigen Wochen wäre sie mit ihren 51 Jahren auch die jüngste Kanzlerin -ein paar Monate jünger als Kohl, der mit 52 Kanzler wurde. Im Vergleich zu Adenauer, der mit 73 Jahren Kanzler wurde, war auch Schröder in einem jugendlichen Alter, als er mit 54 Jahren ins Kanzleramt einzog.

(Quelle sda / 10.10.2006)

Bundeskanzlerin Angela Merkel - die Machtpolitikerin:

Merkels Umgang mit Ihren politischen Weggefährten und Widersachern beweist, wie gut sie von den Männer in der Politik gelernt hat. Wer ihr nicht mehr nützt, wird fallen gelassen. Wer stört, muss weichen.

Am 22. Dezember 1999 veröffentlichte Merkel ihren berühmten Artikel in der FAZ. Die Partei müsse lernen, ohne das "alte Schlachtross" Kohl eigene Wege zu gehen, schrieb sie.

Der damalige Parteichef Wolfgang Schäuble wusste davon nichts. Angela Merkel aber wusste, dass Schäuble Schreibers 100.000-Mark-Spende verschwiegen hatte und dies bekannt werden würde. Kohl und Schäuble stürzten, Angela Merkel stieg auf.

Dem Erzrivalen Friedrich Merz entriss sie nach der verlorenen Bundestagswahl im September 2002 den Fraktionsvorsitz. Voriges Jahr setzte sie Horst Köhler gegen den Widerstand von vielen CDU und CSU Abgeordneten als Bundespräsidenten durch und demütigte damit die Altherrenriege der Union.

Ihr klügster Widersacher, der hessische Ministerpräsident Roland Koch, attestiert der frischgebackenen Kanzlerin Merkel im kleinen Kreis "ausgeprägten Machtwillen und die Fähigkeiten, Macht zu erringen und zu halten". Das seien die wichtigsten Eigenschaften, die ein Kanzler benötige. Doch für viele in der Partei bleibt ein bitterer Beigeschmack. Ihnen ist die Entschlossenheit, mit der sie sich ihrer Gegner entledigt hat, unheimlich. Sie fordert Loyalität, aber bislang hat sie nicht bewiesen, dass sie in einer Krise selbst loyal ist.

Auf dem Internationalen Parkett dürfte die Bundeskanzlerin sich aber kaum gross in Szene setzen können und sich durchsetzen schon gar nicht. Nicht vergessen sind in der EU ihre Anbiederungen an US-Präsident Bush vor dem rechtswidrigen Irak-Krieg. Hätte Merkel in diesen Zeiten als Kanzler das Sagen gehabt, wäre Deutschland wohl mit den Amerikaner in diesen unsäglichen Krieg gezogen.

Schröder gilt wegen seinem Widerstand gegen den menschenverachtenden Irakkrieg der USA ja als "Friedenskanzler". Angela Merkel dagegen wird sicherlich nie als "Friedenstaube" in die Geschichtsbücher eingehen.

Oftringen, 13.10.2006 / HUS