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Krankenkassen-Prämienvergünstigung, Staat kneift!

Der Kanton Solothurn lässt die Leute im Stich!

Offener Brief betreffend die Krankenkassen-Prämienvergünstigung und wie der Kanton Solothurn die Anspruchsberechtigten hängen lässt!


Sanitas Krankenversicherung
Niederlassung Bern
Debitorenbuchhaltung
Länggassstrasse 7
3012 Bern

Oftringen, den 9. Juni 2004

Ihre Mahnung vom 8. Mai 2004
Ihr Zahlungsbefehl betreffend
den Ausstand von Fr. 262.50

Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Computer, verehrte Debitoren -SW!

Wir verdanken den gestern erhaltenen Zahlungsbefehl herzlichst!
Es ist sicher für alle Personen eine grosse Ehre, in der heutigen Zeit noch persönlich vom Weibel bedient zu werden. Es handelt sich doch tatsächlich noch um einen Mensch aus Fleisch und Blut mit Verstand, Anstand und Verständnis. Leider darf man dieses beglückende Gefühl nur noch sehr selten erleben - EIN MENSCH!

Nun zum Thema und den Fakten betreffend dieses Besuchs. Frau *Muster hat dieses Jahr noch keine Rechnung für Ihre Krankenversicherung bezahlt. Sie hat jedoch Ihre Rechnungen für die Medikamente (in Apotheke bezogen) bezahlt. Selbstverständlich hat Frau Muster auch die Franchise und den Selbstbehalt der Arztrechnungen übernommen. Der Grund für die ausstehenden Prämien ist folgender:

Frau *Muster bezieht eine volle IV-Rente von 1’460.- und garniert doch tatsächlich noch Ergänzungsleistungen von monatlich satten 600 Franken! Aufgrund dieser gewaltigen Einnahmen hat die “Schuldnerin” anrecht auf eine Prämienvergünstigung. Im letzten Jahr wurde die Prämie zu rund 90% vom Kanton Solothurn bezahlt (was Ihnen wohl nicht entgangen sein kann). Da aber das Staatspersonal Tag und Nacht nach Sparmöglichkeiten bei den Ärmsten sucht, um den paar Reichen die Taschen noch besser füllen zu können, haben sich die ehrenwerten Damen und Herren entschieden, die sozial Schwächsten möchten doch bitte den Staatshaushalt durch eine Vorfinanzierung etwas entlasten. Die Regierungsräte wollen nämlich diesen Sommer einen Ausflug ins Blaue unternehmen, und irgend wer muss den Spass ja finanzieren. Ihre Gehälter, Zulagen und Spesen sind ja so unverschämt bescheiden...

Leider gibt es nun Mitmenschen, die es einfach nicht fertig bringen, mit Fr. 2060.- brutto im Monat, den Staat vor zu finanzieren! Dabei verfügen sie doch nach Begleichung der Wohnungsmiete von 997.-, der Nebenkosten, von Wasser, Elektrizität, Kehricht und den übrigen Gebühren für jeden Scheiss, Telefon Verkehrsmittel, Steuern und allen anderen völlig unnötigen Ausgaben wie Kleider, Schuhe, Körperpflege etc. immer noch ein Haushaltungsgeld von rund Fr. 400.-./ Monat. In der Schweiz reicht dies doch ewig - ”Die leben ja wie die Fürsten”! Und da ist es doch kein Problem monatlich noch Fr. 262.50 für die Krankenkasse zu bezahlen!
(Die nach geltendem Gesetz in dieser Einkommensklasse mehrheitlich der Staat übernehmen muss)

Da blieben ja immer noch fast 150.- für Nahrungsmittel, Getränke, Putzmittel und Toilettenpapier (brauchen die so was überhaupt?). Ist doch eine Unverschämtheit sondergleichen, des Nachbars Katze Unterhalt kostet ja nicht mehr!

Lieber Computer von der Sanitas, ich weiss - du hast keine Moral, kein Gewissen und keinen Menschenverstand. Darum verzeihe ich dir! Die Leute aber, die dich programmiert haben und die Menschen die dich bedienen sollte man doch vielleicht mal in einen Kurs für menschenwürdiges Verhalten, Anstand, Verständnis und soziale Ethik schicken. Aber eben, das kostet! Und was tun wir mit den Politiker der rechtskonservativen Parteien (SVP und FDP)? Da ist wohl jede Mühe umsonst. Die denken ja sowieso nur an sich (oder etwa an ihre “schmierenden” Geschäftskumpane aus der Pharma-Industrie?)

Nun freuen ich mich gewaltig auf den nächsten Besuch des Betreibungsweibels bei Frau *Muster. Zu pfänden gibt es viel: Eine alte Decke vielleicht - oder etwa die Bettvorlage, vielleicht das überflüssige Kopfkissen - Die Staatsangestellten, die für die Krankenkassen-Prämienvergünstigung zuständig sind, könnten dann Ihren wohlverdienten Büroschlaf entspannter geniessen. Gute Nacht Menschheit, gute Nacht Schweiz, gute Nacht Solothurn.

Mit freundlichen Grüssen

H.U. Steck

PS) Die Ausstände und alle folgenden Prämien sollten Sie doch lieber direkt beim Finanzdepartement des Kantons Solothurn eintreiben - Das sind die Schlawiner!

Randbemerkung: Der Kanton Solothurn beansprucht nur rund 70% der vorgesehenen Bundesgelder für die Krankenkassen Prämienvergünstigung für minderbemittelte Personen, und benachteiligt damit diese in hohem Mass! Wer ist hier wohl Asozial?